Saturn
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Obwohl Saturn selbst etwa 4,5 Milliarden Jahre alt ist, sind seine Ringe erst 100 Millionen Jahre jung! Es gibt mehrere Erklärungen für die Entstehung der Ringe: Sie könnten Überbleibsel der Planetenbildung oder die Reste eines zerbrochenen Mondes sein. Vielleicht haben unterschiedliche Ringe auch unterschiedliche Alter.
Bei der Entstehung der Planeten hat sich ein heißer Planetenkern gebildet. Mit der Zeit wandert diese Wärme vom Kern zu den äußeren Planetenschichten, wo sie als Infrarotstrahlung abgestrahlt wird. Saturn strahlt deutlich mehr Wärme ab, als wir erwarten. Vermutlich entsteht diese zusätzliche Wärme bei der Trennung (Entmischung) von Wasserstoff und Helium, woraufhin Helium nach unten sinkt, was die Energie und damit die Temperatur des Planeten erhöht. An der Universität Rostock untersuchen wir, unter welchen Bedingungen sich Materialien entmischen.
Saturn hat ganze 146 Monde (Stand: Mai 2023)! Der größte Mond, Titan, ist dreimal größer als der Erdmond. Neben der Erde ist er der einzige Körper im Sonnensystem, der ein aktives System von Seen und Flüssen hat. Anstelle von Wasser, wie auf der Erde, fließen auf Titan jedoch Ethan, Methan und Propan, und das alles bei -180 Grad!
Im ganzen Sonnensystem ist Saturn das einzige Objekt mit einem Magnetfeld, bei dem die magnetischen Pole auf der Rotationsachse des Planeten liegen. Soweit wir wissen, sollte diese Übereinstimmung nicht stabil bleiben. Warum wir sie dennoch beobachten können, ist noch nicht verstanden. Wir wissen, dass das Magnetfeld der Gasriesenplaneten durch leitenden (metallischen) Wasserstoff erzeugt wird. Warum sich jedoch die Magnetfelder von Jupiter und Saturn so drastisch unterscheiden, ist noch immer ein Rätsel. An der Universität Rostock erforschen wir, unter welchen Bedingungen Wasserstoff und andere Materialien elektrisch leitfähig und damit metallisch werden. Wir berechnen auch andere Materialeigenschaften im Inneren von Planeten und Braunen Zwerge.
Der Mond Mimas ist der kleinste kugelförmige Saturnmond. Er hat einen 140 km großen Krater, der ihm das Aussehen eines “Todessterns” gibt.
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Promovierende vom Institut für Physik der Uni Rostock geben spannende Einblicke in ihre Forschung und erklären das Weltall.
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An Saturns Nordpol lässt sich etwas Besonderes beobachten. Was könnte das sein?